Ube: Was es ist, wie es schmeckt und wie du es verwendest

Lesedauer ca. 7 Minuten

Zuletzt aktualisert am 11. Juni 2026 von Claudio

Ube (ausgesprochen „Ooh-beh“) ist eine violette Yamswurzel aus den Philippinen und sie ist gerade dabei, die deutsche Küche zu erobern. Die lilafarbene Knolle fällt sofort auf: intensive Naturfarbe, süßlich-nussiger Geschmack mit Vanillenoten, und ein Nährwertprofil, das sich sehen lassen kann.

In diesem Artikel erfährst du, was Ube genau ist, wie es schmeckt, welche Nährstoffe es liefert und wo du Ube in Deutschland kaufen kannst.


Was ist Ube? Kurzantwort

Ube ist eine lilafarbene Yamswurzel (Dioscorea alata) aus den Philippinen. Sie schmeckt süßlich-nussig mit Vanillenoten und enthält Anthocyane, die für ihre intensive violette Farbe verantwortlich sind. Ube ist glutenfrei, vegan und in Deutschland über Asia-Märkte oder als Ube-Pulver erhältlich.

Aussprache: „Ooh-beh“ · Botanisch: Dioscorea alata · Herkunft: Philippinen


Das Wichtigste in Kürze

  • Ube ist eine lilafarbene Yamswurzel aus den Philippinen
  • Geschmack: süßlich-nussig mit vanilleartigen Noten
  • Reich an Ballaststoffen, Vitamin C und Anthocyanen
  • Vielseitig verwendbar: von Desserts bis zu herzhaften Gerichten
  • Natürliche Alternative zu künstlichen Farbstoffen
  • Glutenfrei und vegan
  • Erhältlich als frische Knolle, Pulver oder Paste

Was ist Ube eigentlich?

Ube ist eine violette Yamswurzel, die botanisch als Dioscorea alata bekannt ist. Diese lilafarbene Knolle stammt ursprünglich aus den Philippinen und gehört zur Familie der Yamswurzeln.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kartoffeln oder anderen Knollengewächsen besticht Ube durch ihre natürliche violette Farbe, die sie sowohl roh als auch gekocht behält. Diese intensive Färbung verdankt sie den enthaltenen Anthocyanen denselben Pflanzenstoffen, die auch Heidelbeeren oder Rotkohl ihre charakteristische Farbe verleihen.


Die Herkunft der violetten Yamswurzel

Die philippinischen Inseln gelten als die Heimat der Ube. Dort wächst sie hauptsächlich in den bergigen Regionen von Luzon und wird traditionell während der Regenzeit von Juni bis November geerntet. Mittlerweile kultivieren auch andere südostasiatische Länder diese besondere Knolle, jedoch bleiben die Philippinen der Hauptproduzent.

Ube ist in der philippinischen Kultur weit mehr als nur ein Nahrungsmittel. Sie spielt eine wichtige Rolle bei traditionellen Festen und gilt als Symbol für Wohlstand und Glück was erklärt, warum die Knolle so liebevoll in unzähligen traditionellen Gerichten verwendet wird.


Geschmack und Textur: Was erwartet dich?

Der Geschmack von Ube lässt sich am besten als süßlich-nussig mit vanilleartigen Untertönen beschreiben. Viele Menschen vergleichen ihn mit einer Mischung aus Pistazien und weißer Schokolade, während andere Anklänge an Kokosnuss oder leichte Blumennoten wahrnehmen.

Die Textur variiert je nach Zubereitungsart:

  • Roh: fest und stärkehaltig, ähnlich einer Kartoffel
  • Gekocht: cremig und mehlig
  • Püriert: samtig und glatt

Diese vielseitige Konsistenz macht Ube zu einem perfekten Kandidaten für verschiedenste Zubereitungsarten. Außerdem entwickelt sich der Geschmack beim Kochen weiter und wird komplexer.


Nährstoffe und gesundheitliche Aspekte

Ube punktet nicht nur optisch, sondern auch nutritiv. Die lilafarbene Knolle liefert eine beachtliche Menge an wichtigen Nährstoffen.

Nährstoffprofil pro 100 g (gekocht)

NährstoffMenge
Kalorienca. 140 kcal
Kohlenhydrate27 g
Ballaststoffe4 g
Protein2 g
Fett0,2 g
Vitamin C~15 % des Tagesbedarfs
Kalium~12 % des Tagesbedarfs

Quelle: USDA FoodData Central (Purple yam, Dioscorea alata)

Die besonderen Inhaltsstoffe

Anthocyane sind für die charakteristische violette Farbe verantwortlich. Diese natürlichen Farbstoffe gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und kommen auch in Heidelbeeren oder Rotkohl vor. Laut einer Studie von He & Giusti (2010) werden Anthocyanen in der Ernährungsforschung verschiedene Eigenschaften zugeschrieben die genauen Wirkmechanismen beim Menschen sind Gegenstand laufender Forschung.

Ballaststoffe sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Ube liefert etwa 4 g pro 100 g gekochter Knolle.

Weitere wichtige Nährstoffe

  • Vitamin C: Trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
  • Kalium: Trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
  • Magnesium: Trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei
  • Mangan: Trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei

Wichtiger Hinweis: Ube ist von Natur aus glutenfrei und eignet sich daher auch für Menschen mit Zöliakie. Außerdem ist sie vegan und passt in die meisten Ernährungsformen.


Verwendung in der Küche: Von süß bis herzhaft

Die Verwendung von Ube in der Küche ist überraschend vielseitig. Während sie in den Philippinen traditionell sowohl in süßen als auch herzhaften Gerichten verwendet wird, konzentriert sich die westliche Küche bisher hauptsächlich auf Desserts.

Süße Anwendungen

  • Verschiedene Eissorten und gefrorene Nachspeisen
  • Backwaren wie Kuchen und Gebäck
  • Cremige Desserts und Puddings
  • Smoothies und Bowl-Kreationen

Herzhafte Möglichkeiten

  • Beilagen wie Püree oder Stampf
  • Suppen und Eintöpfe
  • Gnocchi oder Nudeln
  • Brot und herzhafte Backwaren

Ube Pulver: Die praktische Alternative

Wer keine frische Ube findet, greift am besten zu Ube-Pulver gefriergetrocknet und vielseitig einsetzbar. Das Pulver eignet sich besonders gut für Smoothies, Backwaren und Desserts, da es sich leicht dosieren und lagern lässt. Auch Ube-Paste (gesüßt oder ungesüßt) und Ube-Extrakt für intensive Färbung sind erhältlich.

Dosierung Ube-Pulver: Für einen typischen Smoothie reichen 1-2 Teelöffel. In Backrezepten ersetzt 30 g Ube-Pulver etwa 100 g frische, pürierte Ube.


Einkauf und Lagerung: Darauf solltest du achten

Frische Ube findest du in Deutschland hauptsächlich in Asia-Märkten oder Online-Shops. Beim Kauf solltest du auf folgende Punkte achten:

Qualitätsmerkmale

  • Feste, unverletzte Schale
  • Fühlt sich schwer und fest an (nicht hohl oder leicht)
  • Keine weichen Stellen oder Schimmel
  • Intensiv violette Farbe im Inneren

Lagerung: Ungeschälte Ube hält sich bei Raumtemperatur etwa eine Woche, im Kühlschrank bis zu drei Wochen. Geschälte Stücke sollten innerhalb von zwei Tagen verbraucht werden.


Zubereitung: Einfache Grundlagen

Die Zubereitung von Ube ähnelt der von Süßkartoffeln. Hier die grundlegenden Methoden:

Kochen

  1. Ube schälen und in gleichmäßige Stücke schneiden
  2. In kochendem Salzwasser 20-30 Minuten garen
  3. Mit einer Gabel testen, ob sie weich ist

Dämpfen

  • Geschälte Stücke 25-35 Minuten dämpfen
  • Erhält mehr Nährstoffe als das Kochen

Backen

  • Ganze Knolle bei 200 °C etwa 45-60 Minuten backen
  • Schale vor dem Verzehr entfernen

Tipp: Trage beim Schälen Handschuhe die violette Farbe färbt stark und lässt sich schwer von den Händen entfernen.


Rezepte: Von klassisch bis trendy

Cremiges Ube-Eis (ohne Eismaschine)

Dieses einfache Ube-Eis bringt die Philippinen direkt in deine Küche ganz ohne Eismaschine und ohne zugesetzten Zucker.

Zutaten für 4 Portionen:

  • 300 g gekochte Ube (püriert)
  • 400 ml Kokosmilch (aus der Dose)
  • 150 ml Sahne
  • 2 reife Bananen (für natürliche Süße)
  • 1 Prise Salz
  • Optional: 1 TL Vanilleextrakt

Zubereitung:

  1. Ube vorbereiten: Die gekochte Ube zu einem glatten Püree verarbeiten. Falls nötig, etwas Kokosmilch hinzufügen.
  2. Natürliche Süße: Die reifen Bananen zerdrücken oder pürieren, bis eine glatte Masse entsteht.
  3. Mischung herstellen: Kokosmilch, Sahne und Bananenpüree in einer Schüssel verrühren.
  4. Kombinieren: Das Ube-Püree unter die Sahne-Mischung rühren. Eine Prise Salz und optional Vanilleextrakt hinzufügen.
  5. Gefrieren ohne Maschine: Die Mischung in einen gefrierfesten Behälter geben. Alle 30 45 Minuten umrühren, um Eiskristalle zu vermeiden. Nach 3 4 Stunden ist das Eis fertig.

Tipp: Für eine noch cremigere Konsistenz das Eis vor dem Servieren 10 Minuten antauen lassen.


Ube Latte, der violette Trend-Drink

Ube Latte ist gerade einer der angesagtesten Superfood-Drinks und mit Ube-Pulver in wenigen Minuten zuhause gemacht.

Zutaten für 1 Portion:

  • 1 TL Ube-Pulver
  • 200 ml Hafermilch (oder eine andere Pflanzenmilch)
  • 1 Prise Zimt
  • Optional: ½ TL Vanilleextrakt

Zubereitung: Hafermilch erhitzen und aufschäumen. Ube-Pulver einrühren, mit Zimt und Vanille abschmecken. Warm oder über Eis servieren. Der natürlich violette Ube Latte kommt ganz ohne Farbstoffe oder Zuckerzusatz aus.


Unterschied zu anderen violetten Lebensmitteln

Viele Menschen verwechseln Ube mit anderen violetten Lebensmitteln. Hier die wichtigsten Unterschiede:

LebensmittelFarbeGeschmackHerkunft
UbeIntensiv violettSüßlich-nussig, VanillePhilippinen
Lila SüßkartoffelLila-orangeSüß, erdigJapan/USA
TaroGrau-violettMild nussigAsien
RotkohlRot-violettMild, kohlaritigEuropa

Diese Unterscheidung ist wichtig, da jedes dieser Lebensmittel eigene charakteristische Eigenschaften und Verwendungszwecke hat.


Nachhaltigkeit und Umweltaspekte

Der Anbau von Ube gilt als relativ umweltfreundlich, da die Pflanze wenig Wasser benötigt und auch auf weniger fruchtbaren Böden gedeiht. Außerdem können alle Teile der Pflanze genutzt werden sogar die Blätter sind essbar.

Beim Kauf solltest du die Transportwege im Blick behalten: Da Ube hauptsächlich aus Südostasien importiert wird, entstehen entsprechende CO₂-Emissionen. Ube-Pulver hat durch die geringere Transportmasse einen etwas besseren ökologischen Footprint als frische Knollen.


Fazit: Warum Ube eine Bereicherung für deine Küche ist

Ube ist mehr als ein vorübergehender Food-Trend. Diese einzigartige lilafarbene Knolle bietet eine spannende Möglichkeit, sowohl süße als auch herzhafte Gerichte optisch und geschmacklich aufzuwerten. Ursprünglich aus der philippinischen Küche stammend, lässt sie sich wunderbar in den deutschen Alltag integrieren.

Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit von Ube von cremigen Desserts über Ube Latte bis hin zu nahrhaften Beilagen eröffnet sie unzählige kulinarische Möglichkeiten. Gleichzeitig liefert sie wertvolle Nährstoffe und ist eine natürliche Alternative zu künstlichen Farbstoffen.

Probiere Ube einfach mal aus! Beginne mit einem Ube Latte oder dem zuckerfreien Eis und teile deine Kreationen gerne in den Kommentaren.

Hinweis: Kein Ersatz für medizinischen Rat

Die Angaben in diesem Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Ernährungsberatung oder ärztliche Diagnose. Wenn du gesundheitliche Fragen zu deiner Ernährung hast, wende dich bitte an eine Ernährungsfachkraft oder deinen Arzt.


FAQ: Häufig gestellte Fragen

Frische Ube findest du hauptsächlich in Asia-Märkten oder Online-Shops. Als praktische Alternative ist Ube-Pulver auch über spezialisierte Lebensmittelhändler erhältlich. Achte beim Kauf auf frische Qualität oder Bio-Zertifizierung beim Pulver.

Während Süßkartoffeln eher süß und erdig schmecken, hat Ubeeinen nussigeren, komplexeren Geschmack mit Vanillenoten. Die Textur ist außerdem cremiger.

Ube sollte immer gekocht werden roh ist sie schwer verdaulich und schmeckt unangenehm. Ihr charakteristischer Geschmack entfaltet sich erst beim Erhitzen.

Ube hat einen moderaten glykämischen Index und enthält Ballaststoffe, die den Blutzuckeranstieg verlangsamen können (Panlasigui et al., 2009). Dennoch sollten Menschen mit Diabetes die Portionsgrößen beachten und im Zweifel ihren Arzt oder eine Ernährungsfachkraft konsultieren.

Gekochte Ube hält sich im Kühlschrank etwa 3 4 Tage. Eingefroren bleibt sie bis zu 6 Monate verwendbar.

Der relativ hohe Preis in Deutschland liegt an den langen Transportwegen und der noch begrenzten Verfügbarkeit. Ube-Pulver ist in der Regel günstiger und praktischer im Alltag.

Beide sind asiatische Knollen mit ähnlicher äußerer Erscheinung, unterscheiden sich aber deutlich: Ube ist intensiv violett und schmeckt süßlich-nussig; Taro ist grau-violett und milder im Geschmack. Mehr dazu in unserem Taro-Artikel.

Quellen & weiterführende Literatur

Quellen & weiterführende Literatur

  1. USDA FoodData Central: Purple yam (Dioscorea alata), Nährwertangaben. fdc.nal.usda.gov
  2. Panlasigui, L. N. et al. (2009): Glycemic index of commonly consumed Philippine foods. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition.
  3. Liyanage, R. et al. (2018): Nutritional properties and bioactive compounds of yam (Dioscorea spp.). Journal of Food Biochemistry.
  4. He, J. & Giusti, M. M. (2010): Anthocyanins: Natural colorants with health-promoting properties. Annual Review of Food Science and Technology.
  5. Srivichai, S. & Hongsprabhas, P. (2020): Profiling Anthocyanins in Thai Purple Yams (Dioscorea alata L.). International Journal of Food Science. DOI: 10.1155/2020/1594291. ncbi.nlm.nih.gov
  6. Khoo, H. E. et al. (2017): Anthocyanidins and anthocyanins: colored pigments as food, pharmaceutical ingredients and the potential health benefits. Food & Nutrition Research. DOI: 10.1080/16546628.2017.1361779
  7. Larief, R. & Dirpan, A. (2018): Purple Yam Flour (Dioscorea alata L.) Processing effect on anthocyanin and antioxidant capacity in Traditional Cake „Bolu Cukke“ Making. IOP Conference Series: Earth and Environmental Science 207:012043. Healthline
  8. Hsu, C. C. et al. (2006): Effect of Yam (Dioscorea alata compared to Dioscorea japonica) on Gastrointestinal Function and Antioxidant Activity in Mice. Journal of Food Science 71(7): 513–516.
  9. Journal of Plant Biochemistry and Biotechnology (2023): Identification of anthocyanins in a purple yam (Dioscorea alata) accession. Der Hauptanthocyan der Knolle ist Alatanin C, das rund 70,5 % des gesamten Anthocyangehalts ausmacht. Alle sechs nachgewiesenen Anthocyane sind Cyanidin-Derivate. link.springer.com
  10. Ihediohanma, N. C. et al. (2012): A comparative study and determination of glycemic indices of three yam cultivars (Dioscorea rotundata, Dioscorea alata and Dioscorea domentorum). Pakistan Journal of Nutrition 11: 547–552.

Über den Autor

Schreibe einen Kommentar