Vitamin D3 und K2: Warum du beide brauchst

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Vitamin D3 gehört zu den meistdiskutierten Nährstoffen überhaupt und das zurecht. Denn fast 60 Prozent der Deutschen erreichen laut einer gemeinsamen Stellungnahme von RKI, BfR und DGE den wünschenswerten Vitamin-D-Blutspiegel nicht. Doch selbst wer fleißig supplementiert, übersieht dabei häufig einen entscheidenden Partner: Vitamin K2. Und genau dieses Duo macht in der Praxis den Unterschied, zumindest wenn es um den Calciumstoffwechsel geht.

Aber was hat Vitamin K2 eigentlich mit Vitamin D3 zu tun? Und warum reden Ernährungsexpert*innen so häufig vom sogenannten „Calcium-Paradox“, wenn es um die Einnahme von Vitamin D3 ohne K2 geht?


Das Wichtigste in Kürze

  • Vitamin D3 fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm und trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Vitamin K2 (insbesondere als MK-7) aktiviert Proteine, die Calcium in die Knochen leiten und Ablagerungen in Gefäßen hemmen können.
  • Die Kombination beider Vitamine kann den Calciumstoffwechsel synergistisch unterstützen.
  • Das BfR empfiehlt für Vitamin D3 eine Tagesdosis von max. 20 µg (800 IE) über Nahrungsergänzungsmittel.
  • Gute natürliche Quellen für Vitamin D3: fetter Fisch, Eier. Für K2: fermentierte Lebensmittel wie Natto, Käse, Sauerkraut.

Was ist Vitamin D3 und warum fehlt es so vielen Menschen?

Vitamin D3, auch Cholecalciferol genannt, ist kein klassisches Vitamin im eigentlichen Sinne, sondern ein fettlösliches Hormonvorläufer-Molekül. Der Körper kann es selbst herstellen, allerdings nur dann, wenn genug Sonnenlicht auf die Haut trifft. Genauer gesagt: Es wird UVB-Strahlung mit einem Index von mindestens 3 benötigt und die ist in Deutschland laut Fachleuten nur zwischen Mai und August sowie von etwa 10 bis 16 Uhr zuverlässig verfügbar.

Das Problem: Sonnenschutz, Kleidung, Büroarbeit und zunehmendes Alter reduzieren die körpereigene Produktion erheblich. Bereits ein Lichtschutzfaktor von 10 senkt die Vitamin-D-Synthese in der Haut um rund 97 Prozent. Im Winter reicht die Sonnenintensität bei uns ohnehin nicht aus. Kein Wunder also, dass die Versorgungslage in Deutschland als kritisch gilt.

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weisen in Deutschland etwa 44 Prozent der Erwachsenen keinen wünschenswerten Vitamin-D-Serumspiegel von 50 nmol/l auf. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit wenig Sonnenkontakt sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen.


Was ist Vitamin K2, das oft vergessene Vitamin

Vitamin K2 fristet im Schatten seines bekannteren Verwandten K1 eher ein Nischendasein, dabei ist seine Rolle im Körper faszinierend. Während Vitamin K1 vor allem in grünem Blattgemüse vorkommt und hauptsächlich für die Blutgerinnung relevant ist, findet sich Vitamin K2 überwiegend in fermentierten Lebensmitteln: in japanischem Natto, in bestimmten Käsesorten und in Sauerkraut. Außerdem wird K2 in kleinen Mengen von Darmbakterien produziert.

Biochemisch ist Vitamin K2 als Menachinon bekannt, das in verschiedenen Unterformen (MK-4 bis MK-13) vorkommt. Für die Supplementierung hat sich dabei die Form MK-7 (all-trans) als besonders geeignet erwiesen, da sie eine deutlich längere Halbwertszeit im Körper hat und bereits in niedrigen Dosierungen (90–200 µg/Tag) wirksam ist.


Das Calcium-Paradox: Wenn Calcium zur Gefahr wird

Calcium ist lebenswichtig, für starke Knochen, funktionierende Muskeln und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Doch Calcium kann auch zum Problem werden: Wenn es sich nicht an die richtigen Stellen im Körper begibt, lagert es sich in den Arterienwänden ab und kann zur sogenannten Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) beitragen. Genau hier kommt das Zusammenspiel von Vitamin D3 und K2 ins Spiel.

Vitamin D3 sorgt dafür, dass der Körper Calcium aus dem Darm aufnimmt, was grundsätzlich sinnvoll ist. Aber ohne ausreichend Vitamin K2 kann dieses Calcium theoretisch unkontrolliert im Blutkreislauf zirkulieren. Vitamin K2 aktiviert das sogenannte Matrix-GLA-Protein (MGP) sowie das Protein Osteocalcin, beides Proteine, die Calcium gezielt in die Knochen leiten und gleichzeitig Ablagerungen in Blutgefäßen hemmen können.


Wie arbeiten Vitamin D3 und K2 zusammen?

Das Zusammenspiel der beiden fettlöslichen Vitamine lässt sich vereinfacht so beschreiben: Vitamin D3 ist der „Türöffner“ für Calcium, und Vitamin K2 ist der „Lotse“, der das Calcium dorthin bringt, wo es gebraucht wird, in die Knochen. Beide Vitamine greifen also an verschiedenen Punkten des Calciumstoffwechsels ein und können sich gegenseitig ergänzen.

FunktionVitamin D3Vitamin K2
Calcium-AufnahmeFördert Aufnahme im DarmKeine direkte Wirkung
Calcium-TransportIndirekt über BlutLenkt Calcium in Knochen
KnochengesundheitUnterstützt MineralisierungAktiviert Osteocalcin
GefäßschutzKeine direkte WirkungAktiviert MGP-Protein
ImmunfunktionEU-zugelassener ClaimEntzündungsmodulierend

Natürliche Quellen: Was du über Ernährung wissen solltest

Bevor du zu Nahrungsergänzungsmitteln greifst, lohnt sich ein Blick auf die Ernährung. Vitamin D3 ist in Lebensmitteln insgesamt recht spärlich vorhanden und der Bedarf lässt sich über die Ernährung allein in der Regel nicht decken. Für Vitamin K2 sieht es etwas besser aus, wenn du regelmäßig fermentierte Produkte isst.

LebensmittelVitamin D3-GehaltVitamin K2-Gehalt
Hering (gegart)~7 µg / 100 gSpuren
Lachs (gegart)~16 µg / 100 gSpuren
Eigelb~2 µg / EiGering
Natto (Soja, fermentiert)~1.000 µg / 100 g
Gouda-Käse~75 µg / 100 g
SauerkrautGeringe Mengen MK-7

Wer also regelmäßig fetten Fisch isst, Eier konsumiert und fermentierte Produkte in den Alltag integriert, legt eine gute Basis. Dennoch, gerade in den Wintermonaten, ist eine ausreichende Versorgung über die Ernährung allein oft schwierig.


Vitamin D3 und K2 als Nahrungsergänzungsmittel: Was du beachten solltest

Wer Vitamin D3 über Nahrungsergänzungsmittel ergänzen möchte, sollte sich an den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) orientieren: Eine Tagesdosis von bis zu 20 µg (800 IE) gilt als sicher und gut verträglich, auch bei langfristiger Einnahme.

✅ Praktische Tipps zur Einnahme:

  • Mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen: Beide Vitamine sind fettlöslich und werden so deutlich besser aufgenommen.
  • MK-7 (all-trans) bevorzugen: Diese K2-Form hat die längste Halbwertszeit und wirkt bereits in niedrigen Dosen (90–200 µg).
  • Täglich einnehmen statt Bolusdosen: Regelmäßige niedrige Dosen sind laut BfR effektiver und sicherer als seltene Hochdosen.
  • Blutspiegel kontrollieren lassen: Wer Vitamin D3 ergänzt, sollte den 25(OH)D-Spiegel beim Arzt prüfen lassen.
  • Wechselwirkungen beachten: Vitamin K2 kann die Wirkung von Blutgerinnungshemmern (Cumarintyp) beeinflussen, deshalb kann die Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin sinnvoll sein.

Wer ist besonders auf Vitamin D3 angewiesen?

Vitamin D3 ist kein Nischenthema nur für ältere Menschen. Auch jüngere Erwachsene können, vor allem in den dunklen Monaten, betroffen sein. Das BfR nennt folgende Risikogruppen:

  • Ältere Menschen ab 65: Die Haut bildet mit zunehmendem Alter weniger Vitamin D3.
  • Menschen mit wenig Sonnenkontakt: Büroangestellte, Pflegeheimbewohner*innen, Menschen mit Schichtarbeit.
  • Personen mit dunklem Hauttyp: Mehr Melanin bedeutet weniger UV-Absorption in der Haut.
  • Schwangere und Stillende: Erhöhter Bedarf für Mutter und Kind.
  • Menschen mit Übergewicht: Vitamin D3 kann im Fettgewebe gespeichert werden und steht dann weniger für den Stoffwechsel zur Verfügung.

Fazit: Sinnvolles Duo

Vitamin D3 und K2 ergänzen sich biochemisch sinnvoll, insbesondere wenn es um den Calciumstoffwechsel und die Knochengesundheit geht. Die Idee dahinter ist plausibel: D3 holt Calcium ins Blut, K2 lenkt es dorthin, wo es gebraucht wird.

Gleichzeitig gilt: Wer gesund ist, sich regelmäßig im Freien aufhält und ausgewogen isst, braucht in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Für alle anderen, besonders im Winter, kann eine gut dosierte Supplementierung mit Vitamin D3 (und ergänzend K2 MK-7) sinnvoll sein.


FAQ – Häufige Fragen zu Vitamin D3 und K2

Für die tägliche Supplementierung hat sich MK-7 (all-trans) aus natürlichen Quellen als am geeignetsten erwiesen. Es hat eine lange Halbwertszeit, wirkt in niedrigen Dosen (90–200 µg) und ist gut bioverfügbar.

Das BfR empfiehlt über Nahrungsergänzungsmittel maximal 20 µg (800 IE) täglich. Diese Dosis gilt auch bei langfristiger Einnahme als sicher.

In der Regel nicht vollständig. Zwar liefern fetter Fisch (Hering, Lachs), Eier und angereicherte Lebensmittel gewisse Mengen, für eine ausreichende Versorgung vor allem im Winter reicht das bei den meisten Menschen jedoch nicht aus.

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