Du hast sie bestimmt schon gesehen – die bräunlich-trüben Flaschen mit Brottrunk, die neuerdings wieder vermehrt im Supermarkt, in der Drogerie oder bei TikTok zu sehen sind. Denn obwohl das fermentierte Getränk aus Brot bereits seit Generationen bekannt ist, erlebt es derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung und immer mehr Menschen entdecken die faszinierende Welt der fermentierten Lebensmittel für sich.
Dennoch bleiben viele Fragen offen: Was genau ist eigentlich im Brottrunk enthalten? Welche Wirkungen hat er tatsächlich auf den Körper? Und lohnt es sich wirklich, das Getränk regelmäßig zu konsumieren?
Dieser Artikel nimmt den Brottrunk unter die Lupe und verrät dir, was hinter dem Trend steckt, wie er hergestellt wird und was er für deine Gesundheit tatsächlich leisten kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Ursprung: Brottrunk stammt ursprünglich aus Russland (dort als „Kwas“ bekannt) und wurde in den 1980er Jahren vom deutschen Bäckermeister Wilhelm Kanne als alkoholfreie Variante entwickelt
- Herstellung: Durch Fermentation von Vollkornbrot mit Wasser, wobei Milchsäurebakterien einen mehrmonatigen Gärprozess durchführen
- Inhaltsstoffe: Reich an Milchsäurebakterien, Enzymen, B-Vitaminen (insbesondere B12), Mineralstoffen und natürlicher Milchsäure
- Hauptwirkungen: Unterstützung der Darmgesundheit, Förderung der Verdauung, mögliche Stärkung des Immunsystems
- Anwendung: Trinkmenge von ca. 100-200 ml pro Tag, am besten zu den Mahlzeiten; kann pur oder verdünnt mit Wasser/Saft getrunken werden
- Kalorienarm: Mit nur ca. 6 kcal pro 100 ml eignet sich Brottrunk auch als kalorienarmer Durstlöscher
Die Geschichte des Brottrunks: Von Russland nach Deutschland
Der Brottrunk hat seine Wurzeln in Osteuropa, insbesondere in Russland, wo das traditionelle Getränk „Kwas“ seit Jahrhunderten bekannt und beliebt ist. Im Gegensatz zum deutschen Brottrunk enthält die russische Variante allerdings Alkohol und ist dunkler. Die Geschichte des hierzulande bekannten Brottrunks begann in den 1980er Jahren, als der deutsche Bäckermeister Wilhelm Kanne, inspiriert von Berichten deutscher Kriegsheimkehrer, nach einem gesunden, alkoholfreien Gärgetränk forschte.
Seine Experimente führten schließlich zur Entwicklung des Kanne Brottrunks, der heute als Markenprodukt bekannt ist. Das Besondere an seiner Entwicklung war die Nutzung der natürlichen Milchsäuregärung von Vollkornbrot, um ein probiotisches Getränk herzustellen, das die positiven Eigenschaften des russischen Kwas ohne den Alkoholgehalt bewahrt.
Seit dieser Zeit hat der Brottrunk zunehmend an Beliebtheit gewonnen und wird heute vor allem in Bio-Läden, Reformhäusern und Drogerien angeboten. Die Firma Kanne hält bis heute ein Monopol auf den Original Kanne Brottrunk, obwohl es mittlerweile auch andere Hersteller gibt, die ähnliche Produkte anbieten, und viele Menschen den Brottrunk nach eigenen Rezepturen zu Hause herstellen.
Herstellungsprozess: Wie entsteht Brottrunk?
Der Herstellungsprozess von Brottrunk ist faszinierend in seiner Einfachheit und gleichzeitigen Komplexität. Im Kern handelt es sich um einen natürlichen Fermentationsprozess, der folgende Schritte umfasst:
- Brotbacken: Zunächst wird ein spezielles Bio-Vollkornbrot aus Weizen, Roggen und Hafer mit Natursauerteig gebacken.
- Fermentation: Das gebackene Brot wird zerkleinert und mit Wasser vermischt. Anschließend wird diese Mischung in großen Gärtanks einem mehrmonatigen Fermentationsprozess unterzogen.
- Milchsäuregärung: Während der Fermentation wandeln Milchsäurebakterien die im Brot enthaltenen Kohlenhydrate in Milchsäure um. Dieser Prozess senkt den pH-Wert auf etwa 3,0, was dem Getränk seinen charakteristisch säuerlichen Geschmack verleiht und es gleichzeitig konserviert.
- Entwicklung der Mikroorganismen: Im Laufe des Gärprozesses entwickelt sich eine Vielzahl von lebenden Milchsäurebakterien, auch „Brotsäurebakterien“ genannt, sowie bioaktive Enzyme und säureresistente Hefezellen.
- Abfüllung: Nach Abschluss der Fermentation wird die Flüssigkeit gefiltert und abgefüllt. Das Getränk wird nicht pasteurisiert, um die lebenden Mikroorganismen zu erhalten.

Was den industriell hergestellten Brottrunk von hausgemachten Varianten unterscheidet, ist vor allem die Kontrolle des Gärprozesses und die Verwendung spezifischer Bakterienkulturen. Der Original Kanne Brottrunk entsteht durch ein patentiertes Verfahren, das die optimale Entwicklung der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe sicherstellt.
Nährstoffe und Inhaltsstoffe: Was steckt im Brottrunk?
Brottrunk ist ein nährstoffreiches Getränk, dessen Wert vor allem in seinen durch Fermentation entstandenen bioaktiven Substanzen liegt. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind:
- Lebende Milchsäurebakterien: Diese probiotischen Kulturen, die während der Fermentation entstehen, machen einen Großteil des gesundheitlichen Werts aus.
- Natürliche Milchsäure: Etwa 1,1 g pro 100 g, verantwortlich für den säuerlichen Geschmack und die konservierende Wirkung.
- Vitamine: Besonders B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und besonders B12) sowie in geringen Mengen die Vitamine A, C, D und K. Das Vitamin B12 entsteht dabei während der natürlichen Fermentation und wird nicht zusätzlich hinzugefügt.
- Mineralstoffe: Enthält unter anderem Zink, Eisen, Kupfer, Calcium, Kalium, Natrium, Phosphor und Magnesium – allerdings in relativ geringen Mengen.
- Enzyme und Hefen: Durch den Fermentationsprozess entstehen verschiedene bioaktive Enzyme und säureresistente Hefezellen.
- Aminosäuren: Aus dem Brot gelöste Proteinbausteine.
- Ballaststoffe: Pflanzliche Ballaststoffe wie Pektin.
Ein besonderer Vorteil des Brottrunks ist sein niedriger Kaloriengehalt von nur etwa 6 Kilokalorien pro 100 Milliliter. Somit eignet er sich auch hervorragend als kalorienarmer Durstlöscher für Menschen, die auf ihr Gewicht achten möchten.
Die Wirkung von Brottrunk auf die Gesundheit
Die gesundheitlichen Vorteile von Brottrunk sind vielfältig, wobei der Fokus vor allem auf der Darmgesundheit und dem Verdauungssystem liegt. Hier sind die wichtigsten potenziellen Wirkungen:
Förderung der Darmgesundheit
Die im Brottrunk enthaltenen Milchsäurebakterien können zur Unterstützung einer gesunden Darmflora beitragen. Ein ausgewogenes Darmmikrobiom ist entscheidend für viele Aspekte unserer Gesundheit – von der Verdauung bis hin zum Immunsystem.
Die probiotischen Eigenschaften des Brottrunks können helfen, das Gleichgewicht der Darmflora zu erhalten oder wiederherzustellen. Dies ist besonders nach einer Antibiotika-Behandlung wertvoll, die oft die natürliche Darmflora stört.

Verdauungsförderung
Die natürliche Milchsäure im Brottrunk regt die Darmbewegung an und kann so sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall hilfreich sein. Die enthaltenen Milchsäurebakterien können zusätzlich die Verdauung unterstützen und Beschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl lindern.
Stärkung des Immunsystems
Ein gesundes Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle für unser Immunsystem. Etwa 70-80% der Immunzellen befinden sich im Darm, wodurch die Darmgesundheit direkt mit unserer Abwehrkraft zusammenhängt. Die probiotischen Bakterien im Brottrunk können möglicherweise zur Stärkung der Immunabwehr beitragen.
Weitere mögliche Vorteile
Neben der Unterstützung des Verdauungssystems und der möglichen Stärkung des Immunsystems werden dem fermentierten Getränk weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Viele Anwender berichten von einer allgemeinen Verbesserung ihres Wohlbefindens bei regelmäßigem Konsum. Da es sich jedoch um persönliche Erfahrungswerte handelt, lassen sich diese Beobachtungen nicht verallgemeinern.
Anwendung und Beobachtungen
Im Laufe der Jahre haben viele Menschen Brottrunk als unterstützendes Mittel bei verschiedenen Gesundheitsanliegen eingesetzt. Dieses Wissen beruht hauptsächlich auf Erfahrungsberichten und einzelnen Beobachtungen. Gerade wegen seines milchsauren Charakters und der enthaltenen Milchsäurebakterien wird es besonders im Zusammenhang mit der Darmgesundheit geschätzt.
Bei der Anwendung und Dosierung sollte immer berücksichtigt werden, dass Brottrunk ein Lebensmittel und kein Arzneimittel ist. Ein bewusster Umgang mit den eigenen gesundheitlichen Bedürfnissen und gegebenenfalls die Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin sind bei gesundheitlichen Beschwerden immer ratsam.
Auch wenn viele Anwender über positive Erfahrungen berichten, sollte das fermentierte Getränk als ergänzender Teil einer ausgewogenen Ernährung betrachtet werden, nicht als Ersatz für medizinische Behandlungen oder einen gesunden Lebensstil im Allgemeinen.
Anwendung und Dosierung: Wie trinkt man Brottrunk richtig?
Die optimale Anwendung und Dosierung hängt von individuellen Faktoren und dem Verwendungszweck ab. Hier sind die wichtigsten Empfehlungen:
Tagesdosis
- Standarddosierung: Die empfohlene Tagesmenge liegt bei etwa 100-200 ml, aufgeteilt auf mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt.
- Für eine Kur: 2-mal täglich 200 ml über mehrere Monate hinweg.
Anwendungsweise
- Zu den Mahlzeiten: Am besten trinkt man Brottrunk zu den Mahlzeiten, idealerweise vor dem Essen.
- Temperatur: Brottrunk schmeckt am besten gekühlt aus dem Kühlschrank.
- Schütteln vor Gebrauch: Die Flasche sollte vor dem Öffnen gut geschüttelt werden, damit sich der Bodensatz auflöst.
Geschmacksverbesserung
Der säuerliche Geschmack ist für viele gewöhnungsbedürftig. Hier einige Tipps zur Geschmacksverbesserung:
- Mischung mit Säften: Eine beliebte Mischung ist je 1/3 Brottrunk, 1/3 Apfelsaft und 1/3 Wasser.
- Als Zutat in Speisen: Brottrunk kann auch in Salatdressings, Suppen oder Eintöpfen verwendet werden.

Äußerliche Anwendung
Neben der innerlichen Anwendung kann es auch äußerlich angewendet werden:
- Vollbad: Ein Vollbad mit 0,5 l Brottrunk kann bei Hautproblemen hilfreich sein.
- Fußbad: Ein Fußbad mit einem Glas Brottrunk im Wasser wirkt erfrischend und kann gegen Fußschweiß helfen.
- Hautpflege: Ein mit Brottrunk angefeuchteter Waschlappen kann zur Einreibung der Haut verwendet werden, um das Hautmilieu zu stabilisieren.
Fazit: Lohnt sich der Konsum von Brottrunk?
Brottrunk ist ein traditionelles, fermentiertes Getränk mit einer interessanten Geschichte und potenziell zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Obwohl die wissenschaftliche Studienlage noch begrenzt ist, deuten Erfahrungsberichte und das Wissen über probiotische Lebensmittel darauf hin, dass das Getränk positive Auswirkungen auf die Darmgesundheit, das Immunsystem und möglicherweise auch auf andere Gesundheitsaspekte haben kann.
Die Hauptvorteile liegen in den enthaltenen lebenden Milchsäurebakterien, der natürlichen Milchsäure und den durch Fermentation entstandenen Nährstoffen. Mit seinem niedrigen Kaloriengehalt und der Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten bietet Brottrunk eine interessante Ergänzung für eine gesundheitsbewusste Ernährung.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es kein Wundermittel oder Ersatz für medizinische Behandlungen ist. Er sollte als ergänzendes Lebensmittel zur Förderung des Wohlbefindens betrachtet werden. Wie bei allen Nahrungsergänzungen gilt: Die Wirkung kann individuell unterschiedlich sein, und für optimale Gesundheit ist ein ganzheitlicher Ansatz mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und einem gesunden Lebensstil unerlässlich.
Wer Brottrunk ausprobieren möchte, sollte mit kleinen Mengen beginnen und auf die Reaktion des eigenen Körpers achten. Der charakteristische, säuerliche Geschmack mag zunächst gewöhnungsbedürftig sein, lässt sich aber durch Mischung mit Fruchtsäften oder Wasser angenehmer gestalten.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Brottrunk
Wie schmeckt Brottrunk?
Brottrunk hat einen säuerlichen, leicht brotigen Geschmack, der oft mit Sauerkrautsaft verglichen wird. Der Geschmack ist für viele gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber durch Mischung mit Fruchtsäften oder Wasser mildern.
Wie schmeckt Brottrunk?
Brottrunk hat einen säuerlichen, leicht brotigen Geschmack, der oft mit Sauerkrautsaft verglichen wird. Der Geschmack ist für viele gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber durch Mischung mit Fruchtsäften oder Wasser mildern.
Ist Brottrunk für Veganer geeignet?
Ja, Brottrunk ist ein rein pflanzliches Produkt und somit für Veganer geeignet.
Kann Brottrunk bei einer Diät helfen?
Mit nur etwa 6 kcal pro 100 ml ist Brottrunk sehr kalorienarm und kann als gesunder Durstlöscher während einer Diät dienen. Die enthaltenen probiotischen Kulturen können zudem die Verdauung unterstützen, was indirekt beim Abnehmen helfen kann.
Kann Brottrunk bei Antibiotika-Einnahme helfen?
Theoretisch können die probiotischen Kulturen im Brottrunk helfen, die Darmflora nach einer Antibiotika-Behandlung wieder aufzubauen. Es wird jedoch empfohlen, den Brottrunk zeitversetzt zu den Antibiotika einzunehmen (etwa 2-3 Stunden Abstand).
Wie lange ist Brottrunk haltbar?
Ungeöffnet ist Brottrunk mehrere Jahre haltbar. Nach dem Öffnen sollte er im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von etwa 8 Tagen verbraucht werden.