Goldene Milch: Das Geheimnis hinter Kurkuma Latte

Leuchtend gelb und würzig scharf kommt das Heißgetränk aus der ayurvedischen Medizin daher: Goldene Milch, auch Golden Milk oder Kurkuma Latte genannt, ist nicht nur wegen seiner Optik und des Geschmacks ein echter Dauerbrenner. Die Zubereitung auf Milch- und Kurkumabasis soll viele gesundheitliche Vorteile haben. Welche das sind und wie man Goldene Milch zubereitet, erfahrt ihr hier.

1. Was ist Goldene Milch?

Gelbgold statt schokobraun: Wer Kaffee nicht mag oder lieber darauf verzichten möchte, bekommt mit Kurkuma Latte eine gute Alternative geboten. Dabei handelt es sich um ein Getränk, das vornehmlich heiß getrunken wird. Es stammt ursprünglich aus der Ayurvedischen Medizin, der traditionellen indischen Heilkunst.

Der Begriff Kurkuma Latte geht auf die zwei Hauptzutaten zurück: Milch beziehungsweise eine pflanzliche Alternative und das Gewürz Kurkuma, das auch als gelber Ingwer bekannt ist. Es verleiht dem Getränk seine satte, gelbe Farbe. Ihretwegen hat sich auch der Name “Goldene Milch” oder im Englischen “Golden Milk” durchgesetzt. Neben Kurkuma enthält das Heißgetränk häufig weitere Zutaten, dazu gehören zum Beispiel Zimt, Ingwer, Muskatnuss und Pfeffer. Der würzige, leicht nussig-bittere Geschmack lässt sich mit etwas Honig oder Kokosblütenzucker verfeinern.

Kurkuma ist die Hauptzutat von Goldener Milch.

2. Goldene Milch: Zutaten im Überblick

Goldene Milch hat zwei Hauptzutaten: Kurkuma und Milch oder Pflanzendrink. Daneben kann das Heißgetränk je nach Rezept und natürlich ganz nach deinem individuellen Geschmack weitere Gewürze und Süßungsmittel enthalten.

Tipp: Verwende am besten hochwertige Bio-Zutaten, dann kannst du deinen neuen Lieblingsdrink gleich noch mehr genießen.

Hier sind alle (optionalen) Zutaten von Goldener Milch auf einen Blick:

  • Kuhmilch oder Pflanzendrink: Die Basis der Kurkuma Latte ist Milch oder eine pflanzliche Alternative. Du kannst zum Beispiel Hafer-, Soja- oder Mandeldrink verwenden, idealerweise ohne zugesetzten Zucker.
  • Kurkuma: Das Ingwergewächs Kurkuma, dessen Hauptwirkstoff Curcumin ist, stammt aus Asien und verleiht der Goldenen Milch seine charakteristische Farbe und die aromatische Würze.
  • Honig: Um Kurkuma Latte eine süßliche Note zu verleihen, kannst du das Getränk mit Honig verfeinern, zum Beispiel mit Akazien- oder Manukahonig. Der Blütennektar sollte nicht über 40 Grad erhitzt werden, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Alternativ zu Honig kann man zum Beispiel auch Kokosblütenzucker als Süßungsmittel verwenden.
  • Zimt: Das Gewürz wird aus der getrockneten Rinde des tropischen Zimtbaumes gewonnen. Es verleiht der Goldenen Milch ein süßlich-holziges Aroma.
  • Ingwer: Die Ingwerwurzel enthält die Scharfstoffe Gingerol und Shogaol. Sie sorgen in der Goldenen Milch für eine erfrischende Schärfe.
  • Muskatnuss: Wer mag, kann seine Kurkuma Latte mit einer Prise Muskatnuss verfeinern. Aber Achtung: Das nussig-herbe Gewürz kann in größeren Dosen berauschend und halluzinogen wirken [1]. Eine Prise ist deshalb völlig ausreichend.
  • Schwarzer Pfeffer: Das Gewürz ist reich an Piperin. Der Wirkstoff verleiht deiner Kurkuma Latte eine extra scharfe Note. Außerdem verlangsamt es die Absorption der übrigen Inhaltsstoffe, so dass diese im Körper noch effektiver wirken können.
  • Kardamom: Das Gewürz zählt wie Kurkuma zu den Ingwergewächsen. Der Geschmack erinnert an Minze, gepaart mit einer süßlichen Schärfe.
Goldene Milch lässt sich auch einfach selber zubereiten.

3. Gesundheitliche Vorteile von Kurkuma Latte

In der Ayurvedischen Medizin hat die Goldene Milch eine lange Tradition. Ihr werden heilsame Effekte zugesprochen. Besonders die Hauptzutat Kurkuma, deren Wirkstoff Curcumin ist, soll in Kombination mit weiteren Zutaten wie Zimt, Ingwer und Schwarzem Pfeffer eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen haben:

  • Die Goldene Milch soll entzündungshemmend wirken und somit vor Erkrankungen und Infektionen schützen. Diese Eigenschaft verdankt das Getränk dem enthaltenen Curcumin sowie den Gewürzen Zimt und Ingwer [2], [3], [4].
  • Goldene Milch ist reich an Antioxidantien, die dazu beitragen sollen, Zellen vor Schäden zu schützen, etwa durch Krankheiten oder Infektionen. Somit könnte das Getränk zu einem starken Immunsystem beitragen.
  • Einige Inhaltsstoffe in Goldener Milch wie Curcumin, Zimt und Ingwer könnten helfen, das Gedächtnis zu stärken. Außerdem sollen die Wirkstoffe Schädigungen der Gehirnfunktion reduzieren, die durch Alzheimer und Parkinson hervorgerufen werden können [5], [6], [7].
  • Honig als weitere Zutat in Goldener Milch soll zusammen mit dem Gewürz Kurkuma antibakteriell wirken. In einer Studie in Zusammenarbeit mit den Pharmakologen der Freien Universität Berlin konnte nachgewiesen werden, dass die antibiotische Wirkung von Honig mit dem Zusatz von Kurkuma stärker ist, als die von Manukahonig [8].
  • Goldene Milch könnte die Stimmung heben und so depressive Verstimmungen mindern.
  • Kurkuma, Ingwer und Zimt – die Hauptzutaten in Goldener Milch – könnten die Herzfunktion fördern und vor Herzkrankheiten schützen.
  • Ingwer und Kurkuma sollen die Verdauung ankurbeln und Verdauungsstörungen lindern [9], [10], [11].
  • Goldene Milch kann je nach verwendeter Milch reich an Kalzium und Vitamin D sein. Beide Nährstoffe sind in der Regel sowohl in Kuhmilch als auch in Pflanzendrinks enthalten. Sie tragen zu einem starken Skelett bei und könnten das Risiko von Knochenerkrankungen wie Osteopenie und Osteoporose verringern [12].

Die positiven Effekte sind größtenteils zwar wissenschaftlich untersucht, allerdings sind weitere Studien notwendig, um die heilsame Wirkung von Goldener Milch vollends zu klären.

Die gute Nachricht aber ist: Schaden kannst du deinem Körper mit dem goldenen Heißgetränk nicht. Vorausgesetzt du hältst dich an die empfohlene Tagesdosis von 180 Milligramm Curcumin pro Tag. Eine Überdosierung des im Kurkuma enthaltenen Wirkstoffs könnte zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen.

Goldene Milch ist eine hervorragende Kaffee-Alternative.

4. Goldene Milch Rezept

Das Grundrezept für Goldene Milch ist super simpel und in wenigen Minuten zubereitet. Du mixt die Grundzutaten in einem Topf, erhitzt sie vorsichtig und verfeinerst deine Milch nach Belieben mit deinen Lieblingsgewürzen. Als Inspiration ist hier ein traditionelles Rezept für einen Becher Kurkuma Latte:

Zutaten:

  • 200 ml ungesüßter Pflanzendrink oder Milch
  • 1 kleines Stück geriebene Kurkumawurzel oder 1 TL Kurkumapulver
  • 1 kleines Stück geriebener frischer Ingwer oder ½ TL Ingwerpulver
  • ½ TL Zimtpulver
  • ¼ TL Kardamom
  • 1 Prise gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Honig oder Kokosblütenzucker
  • Optional: 1 Prise Muskat

Zubereitung:

Alle Zutaten in einem Topf vermischen und kurz aufkochen. Die Hitze reduzieren und etwa 5 bis 10 Minuten köcheln lassen. Das Getränk bei Bedarf durch ein feines Sieb in die Tasse gießen und optional mit einer Prise Zimt oder Muskat verfeinern.

Du kannst auch eine größere Portion Goldene Milch vorbereiten und bis zu fünf Tage im Kühlschrank lagern. Bei Bedarf einfach erwärmen und heiß genießen!

Tipp: Kurkuma Pulver

Wenn du es dir noch einfacher machen willst, verwende ein hochwertiges Kurkuma Latte Pulver, idealerweise in Bio-Qualität.

Der fertige Mix enthält bereits die Basiszutat Kurkuma und weitere leckere Gewürze wie Zimt und Schwarzen Pfeffer, die das Getränk besonders schmackhaft machen. Viele Pulver sind schon gesüßt. Wenn du auf raffinierten Zucker verzichten möchtest, achte darauf, dass eine Alternative wie Kokosblütenzucker verwendet wird.

Das Kurkuma Pulver vermengst du mit Milch beziehungsweise mit einem Pflanzendrink, erhitzt die Flüssigkeit und nach wenigen Minuten ist deine Goldene Milch genussfertig!

5. Quellen

[1] Ehrenpreis, Jamie E. und DesLauriers, Carol: Nutmeg Poisonings: A Retrospective Review of 10 Years Experience from the Illinois Poison Center, 2001–2011 (2014), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4057546/, eingesehen am 15.7.2021

[2] Rao, Pasupuleti Visweswara und Gan, Siew Hua: Cinnamon: A Multifaceted Medicinal Plant (10.4.2014), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4003790/, eingesehen am 15.7.2021

[3] Mashhadi, Nafiseh Shokri und Ghiasvand, Reza u.a.: Anti-Oxidative and Anti-Inflammatory Effects of Ginger in Health and Physical Activity: Review of Current Evidence (4.4.2013), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3665023/, eingesehen am 15.7.2021

[4] Jurenka, Julie S.: Anti-inflammatory properties of curcumin, a major constituent of Curcuma longa: a review of preclinical and clinical research (14.6.2009), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19594223/, eingesehen am 15.7.2021

[5] Fanaei, Hamed und Khayat, Samira u.a.: Effect of curcumin on serum brain-derived neurotrophic factor levels in women with premenstrual syndrome: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial (2016), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26608718/, eingesehen am 15.7.2021

[6] George, Roshni C und Lew, John u.a.: Interaction of cinnamaldehyde and epicatechin with tau: implications of beneficial effects in modulating Alzheimer’s disease pathogenesis (2013), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23531502/, eingesehen am 15.7.2021

[7] Khasnavis, Saurabh und Pahan, Kalipada u.a.: Cinnamon treatment upregulates neuroprotective proteins Parkin and DJ-1 and protects dopaminergic neurons in a mouse model of Parkinson’s disease (2014), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24946862/, eingesehen am 15.7.2021

[8] Eigene Studie in Zusammenarbeit mit den Pharmakologen der Freien Universität Berlin

[9] Hu, Ming-Luen und Rayner, Christophar K u.a.: Effect of ginger on gastric motility and symptoms of functional dyspepsia (7.1.2011), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3016669/, eingesehen am 15.7.2021

[10] Wu, Keng-Liang und Rayner, Christophar K u.a.: Effects of ginger on gastric emptying and motility in healthy humans (2008), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18403946/, eingesehen am 15.7.2021

[11] Dulbecco, Pietro und Savarino, Vincenzo: Therapeutic potential of curcumin in digestive diseases (28.12.2013), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3882399/, eingesehen am 15.7.2021

[12] Hung, Janet R und Johnson, Luann K: Dietary protein and calcium interact to influence calcium retention: a controlled feeding study (2009), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19279077/, eingesehen am 15.7.2021

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