Gerstengras: Grüne Vitalstoffbombe für jeden Tag

Gerstengras zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Sein hoher Nährstoffgehalt macht es dabei zur idealen Basis von Smoothies und Säften.

1. Gerstengras Basics – Das musst du wissen

Gerstengras ist eines der ältesten Getreide überhaupt. Es ist insbesondere in unseren Breitengraden sehr weit verbreitet und kann an vielen Standorten wachsen. Ideal sind sonnige oder halbschattige Plätzchen.

Das Gras der Gerste zeichnet sich gegenüber anderen Getreideformen vor allem durch seinen Nährstoffreichtum aus. In der Landwirtschaft zählt es deswegen zu den beliebtesten Mast- und Futterpflanzen.

Aber nicht nur Tiere profitieren von dem grünen Getreide: Auch wir Menschen können ein bisschen mehr Gerste gut gebrauchen! Deshalb wird es auch im Zusammenhang mit Health Foods immer beliebter.

Mittlerweile kannst du Gerstengras nicht nur frisch im Bio-Laden kaufen, sondern auch als Kapsel, Pulver oder Saft. Geschmacklich ist Gerstengras vor allem bei Liebhabern von Grüntee beliebt. Insbesondere das frische Gras und der Saft zeichnen sich nämlich durch einen angenehm bitteren Geschmack aus.

Manchmal wird Gerstengras zu den sogenannten „Superfoods“ gezählt. Der Grund: Es enthält nicht nur viele Vitamine, sondern auch wertvolle Ballaststoffe und Antioxidantien. Damit ist es trotz seiner unscheinbaren Form ein sehr ganzheitliches Lebensmittel.

Gerstengras ist das junge Gras der Gerste.

2. Alle Nährstoffe auf einen Blick

Gerstengras und Gerstengras-Extrakte enthalten viele Nährstoffklassen – das gilt insbesondere für biologisch angebaute Pflanzen, die an einem sonnigen Platz kultiviert wurden.

Zu den Vitalstoffen, die in frischem Gerstengras vorkommen, zählen vor allem diverse Vitamine und einige weitere:

  • Vitamin A
  • Vitamin B1
  • Vitamin C
  • Vitamin K
  • Tryptophan
  • und Chlorophyll [1]

In seiner getrockneten Form enthält Gerstengras außerdem 3 g Ballaststoffe pro 10 g. Das entspricht etwa einer Messerspitze. Darüber hinaus liegen auch Flavonoide und Polyphenole vor. Die zwei sekundären Pflanzenstoffe sind vor allem für ihre antioxidative Wirkung bekannt [2].

3. Gerstengras Wirkung: Was sagt die Wissenschaft?

Die Forschung um Gerstengras ist in vollem Schwung. Wegen seiner hohen Nährstoffdichte wird das Getreide im Zusammenhang mit verschiedenen Gesundheitsthemen untersucht. Dazu zählen unter anderem ein positiver Einfluss auf Diabetes, Herzkrankheiten, erhöhten Blutdruck und einen hohen Cholesterinspiegel [3]

Während der Einfluss von Gerstengras im Hinblick auf die meisten dieser Krankheiten noch nicht ausreichend geklärt ist, liegen jedoch einige Studien vor, die es mit der Verbesserung des Haarwachstums in Verbindung bringen.

Während die erste Studie noch an Mäusen vorgenommen wurde [4], kamen bei der zweiten Untersuchung menschliche Probanden zum Einsatz. Getestet wurde Gerstengras dabei als eines von 1.000 verschiedenen Pflanzenextrakten!

Das Forscherteam stellte fest, dass die Einnahme des Gerstengras-Extraktes im Vergleich zur Kontrollgruppe zu einer Steigerung der Wachstumsaktivität in Höhe von 140 % führte. Gemessen wurden dabei vor allem die Aktivitäten des Haarfollikels, welcher das Haar in die Kopfhaut ankert. Als dem Zellwachstum zuträgliche Komponente konnte insbesondere das Polyphenol Procyanidin B3 identifiziert werden. Darauf deuteten auch die Ergebnisse der ersten Studie hin [5].

Darüber hinaus sieht vor allem die Forschungslage um Gerstengras-Komponenten wie Ballaststoffe sehr vielversprechend aus. Diese haben sich mittlerweile als ideale Nahrung für viele Bakterienstämme der Darmflora gezeigt [6]. Somit können ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gerstengras zu einer Verbesserung des Darmmilieus beitragen.

Weiterhin ist Gerstengras – ebenso wie die meisten anderen Gräser und Getreidearten – ein sehr basisches Lebensmittel. Somit ist es naheliegend, dass es den Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflussen und insbesondere übersäuerte Mägen beruhigen kann.

Wichtig: In den meisten Studien über Gerstengras wurden frisches Gerstengras oder Gerstengraspulver verwendet! Zu Gerstengrassaft liegen noch keine Forschungsergebnisse vor. 

Gerstengras-Pulver ist die beliebteste Form des Gerstengrases.

4. Gerstengras Einnahme: Pur, als Gerstengrassaft oder doch lieber als Gerstengraspulver?

Jetzt hast du bestimmt Lust, Gerstengras in deinen Alltag zu integrieren, oder? Das ist eigentlich auch ganz einfach: Gerste gibt es mittlerweile nämlich in sehr vielen unterschiedlichen Formen.

Dabei kannst du also im Grunde einfach deinen Favoriten auswählen und loslegen! Unabhängig davon, ob du dich für frisches, flüssiges oder pulverisiertes Gerstengras entscheidest, solltest du jedoch immer auf eine gute und biologische Qualität achten.

Mit der Darreichungsform kann sich allerdings auch der Nährstoffgehalt von Gerstengras verändern. Das liegt daran, dass Gerstengras in der Regel getrocknet oder gepresst und dann weiterverarbeitet wird. Deshalb wollen wir uns im Folgenden nochmal die Vor- und Nachteile der einzelnen Formen anschauen.

Frisches Gerstengras

Besonders pur ist Gerstengras natürlich in seiner frisch geernteten Form. Allerdings ist es dann auch etwas schwieriger einzusetzen, da es unverarbeitet besonders bitter schmeckt. Außerdem ist es leider auch in Bio-Märkten oftmals nicht durchgehend verfügbar.

Trotzdem macht sich frisches Gerstengras sehr gut als Zutat in Salaten oder in selbst gemachten Aufstrichen für Brot, Reiswaffel und Co.

Gerstengrassaft

Bei Gerstengrassaft handelt es sich in der Regel um ein hochkonzentriertes und geschmacksintensives Extrakt. Flüssige Gerstengras-Extrakte sind in der Regel von guter Qualität und enthalten eine ähnliche Nährstoffdichte wie die frische Pflanze.

Etwas schade ist jedoch, dass bei der flüssigen Variante ausgerechnet die wertvollen Ballaststoffe verloren gehen. Andererseits hat der Saft jedoch auch den Vorteil, dass er viel leichter einzusetzen ist, als das frische Gras. Als Zutat in Smoothies oder pur ist er zwar recht geschmacksintensiv, aber auch angenehm unkompliziert einzusetzen und zu dosieren.

Gerstengraspulver

Gerstengraspulver überzeugt ebenfalls mit guten Nährstoffwerten. Das Pulver wird dabei oftmals aus getrocknetem Gerstengras gewonnen, welches besonders ballaststoffreich ist. Damit liegt der Vorteil gegenüber Gerstengrassaft natürlich auf der Hand.

Ähnlich wie der Saft ist auch Gerstengraspulver sehr leicht zu dosieren und einzusetzen. Es macht sich wunderbar in Smoothies oder selbst gemachten Obst- und Gemüsesäften. Im Vergleich zum Extrakt und der puren Form ist Gerstengraspulver außerdem etwas sanfter im Geschmack.

5. Gerstengraspulver Rezepte – So baust du es unkompliziert in deinen Alltag ein

Gerstengraspulver ist eine unkomplizierte Art, das nährstoffreiche Getreide in deinen Alltag zu integrieren. Als Inspiration haben wir drei leckere Gerstengraspulver Rezepte für dich gesammelt, an denen du dich orientieren kannst.

Bunter Vitalstoff-Boost

Dieses Rezept ist interessant im Geschmack und enthält außerdem eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe. Für deinen täglichen Vitalstoff-Boost brauchst du:

  • 3 Teelöffel Gerstengraspulver
  • 2 Karotten
  • Rote Bete (je nach Geschmack auch 2)
  • Selleriestange (je nach Geschmack auch 2)
  • eine Handvoll Petersilie
  • 2 mittelgroße Äpfel

Alles kleinschneiden und dann in den Mixer geben. Für die Konsistenz kannst du je nach Vorliebe noch Wasser, Kokoswasser oder einen zuckerfreien Saft hinzugeben.

Süßer Gerstengras-Smoothie

Diese Variante eignet sich besonders für dich, wenn du die Benefits von Gerstengras liebst, den Geschmack jedoch etwas abmildern willst. Für einen süßen und besonders ballaststoffreichen Gerstengras-Smoothie brauchst du:

  • 3 Teelöffel Gerstengraspulver
  • reife Birne
  • reife Banane
  • eine Schuss Zitronensaft oder Lemon Juice

Wieder alles zerteilen und in den Mixer geben. Für die Konsistenz kannst du Wasser, Kokoswasser oder einen zuckerfreien Saft hinzufügen.

Gerstengras Pur mit Twist

Dieses Rezept eignet sich für besonders Unkomplizierte und für Liebhaber von bitteren Geschmäckern. Wenn du Grüntee und Co. liebst, ist dieses Rezept also genau das Richtige für dich. Das brauchst du:

  • 3 Teelöffel Gerstengraspulver
  • 300 ml Wasser oder Kokoswasser
  • Twist nach Wahl: Zitronensaft, Lemon Juice oder einen Spritzer Orangenextrakt

In dieser Form reicht es, das Pulver mit einem Löffel zu verrühren und den Twist im Anschluss einzurühren.

Gerstengras eignet sich hervorragend für Smoothies aller Art.

6. Fazit

Gerstengras zählt nicht umsonst zu den wichtigsten Kulturpflanzen der Welt! Mit seiner Nährstoffdichte und seinem interessanten Geschmack hat es sich seinen Platz in den Salaten, Smoothies und Säften dieser Welt verdient.

Besonders spannend ist es durch seine antioxidativen Flavonoide und Polyphenole. Besonders das Polyphenol Procyanidin B3 konnte dabei in zwei Studien mit einer Verbesserung des Haarwachstums in Verbindung gebracht werden.

Während die potenziellen Zusammenhänge zwischen Gerstengras und einer Verbesserung des Blutdrucks oder der Herzgesundheit noch nicht abschließend geklärt sind, können insbesondere pures Gerstengras und getrocknetes Gerstengras außerdem mit einer hohen Dichte an Ballaststoffen punkten.

Somit wirkt Gerstengras nicht nur angenehm sättigend, sondern fördert wie alle ballaststoffreichen Pflanzen auch die gesunde Balance des Darmmilieus. Da es zudem basisch ist, kann Gerstengras auch übersäuerten Mägen guttun. 

Im Hinblick auf die Einnahme überzeugen vor allem frisches Gerstengras und Gerstengras in Pulverform. Beide enthalten eine gute Nährstoffdichte und viele wertvolle Ballaststoffe. Insbesondere Gerstengraspulver ist gut verfügbar und unkompliziert in der Anwendung. Es eignet sich ideal als Basis für grüne Smoothies und anregende Säfte.

7. Quellen

[1] Zeng, Y.; Pu, X.; […]; Yang, T. (2018), Preventive and Therapeutic Role of Functional Ingredients of Barley Grass for Chronic Diseases in Human Beings, Oxidative Medicine and Cellular Longevity, ID: 3232080, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29849880/.  

[2] Pandey, K. B.; Rizvi, S. I. (2009), Plant polyphenols as dietary antioxidants in human health and disease, Oxidative Medicine and Cellular Longevity, Volume 2, Issue 5, p. 270-278, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2835915/.

[3] Zeng, Y.; Pu, X; […]; Yang, J. (2020), Molecular Mechanism of Functional Ingredients in Barley to Combat Human Chronic Diseases, ID: 3836172, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7149453/

[4] Takahashi, T.; Hasegawa, A.; Yokoo, Y. (1991), Procyanidin oligomers selectively and intensively promote proliferation of mouse hair epithelial cells in vitro and activate hair follicle growth in vivo, Journal of Investigative Dermatology, Volume 112, Issue 3, p. 310-316, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10084307/.

[5] Kamimura, A.; Takahashi, T. (2002), Procyanidin B-3, isolated from barley and identified as a hair-growth stimulant, has the potential to counteract inhibitory regulation by TGF-beta1, Volume 11, Issue 6, p. 532-541, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12473061/

[6] Lin, D.; Peters, B. A.; […]; Ahn, J. (2018), Association of dietary fibre intake and gut microbiota in adults, The British Journal of Nutrition, Volume 120, Issue 9, p. 1014-1022, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30355393/.

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